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Bell Vacances 16
Eine Fahrradtour im spanischen Baskenland ist vor allem eins: abwechslungsreich. Wer bereit ist, sich von Capbreton / Hossegor ca. 1:40 Stunden ins Auto zu setzen, wird mit großen Ausblicken, herzlicher Alltagskultur und einer Küche belohnt, die jede Pause rechtfertigt. Es gibt unzählige, kurze Anstiege, plötzlich aufreißende Blicke auf den Atlantik und kleine Ortschaften, in denen das Leben sich um Hafen, Marktplatz und die nächste Bar mit Pintxos dreht. Diese Runde verbindet Küstenradeln mit einem längeren Aufstieg im Hinterland – ideal für alle, die gern Höhenmeter sammeln und dabei Kultur und Kulinarik nicht auslassen wollen.
Am Morgen rollt man aus dem Hafen von Ondarroa, während die Boote noch im Wasser schaukeln und der Tag langsam Fahrt aufnimmt. Schon nach wenigen Kilometern beginnt auf der kaum befahrenen Küstenstraße BI-3438 das typische baskische Auf und Ab: kurze Rampen, enge Kurven, die Straße klebt an den Felsen und man hat immer wieder einen herrlichen Blick auf den Atlantik. Nach rund 14 km erreicht man das malerische Küstenstädtchen Lekeitio – perfekt für einen ersten Kaffee an der Promenade, bevor es ohne einen Kilometer Flachstück durch das Urdaibai-Biosphärenreservat nach Elantxobe geht – ein Dorf, das mit seinen steilen Gassen wie an den Hang „geklebt“ wirkt. Zum Glück haben wir die Tour nicht in die andere Richtung genommen…
Hinter Elantxobe bei km 36 hat man die Möglichkeit, in der Bilderbuch-Bucht „Laga“ einen Badestopp einzulegen – oder man fährt noch 4 km weiter bis zum breiten Laida-Strand. Anschließend wird es grüner und deutlich flacher – ein angenehmer Kontrast zu den Rampen an der Küste.
Der Rückweg führt durch das hügelige Hinterland über das Städtchen Gernika– ein guter Punkt für eine kurze Verpflegungspause, bevor der längste Anstieg des Tages beginnt. Gernika ist geschichtlich stark geprägt: 1937 wurde die Stadt im Spanischen Bürgerkrieg durch einen Luftangriff der deutschen Legion Condor weitgehend zerstört – ein Ereignis, an das bis heute erinnert wird. 6 km nach dem Ortsausgang zweigt die BI-3231 links ab und es beginnt ein knapp 9 km langer, moderater Aufstieg auf kaum befahrener Straße hinauf zum Balcón de Bizkaia (stets zwischen 3 % und 8 % Steigung): gleichmäßig genug, um in einen Rhythmus zu finden, aber lang genug, dass man die Höhenmeter spürt. Oben wartet der höchste Punkt der Tour auf 430 m ü. NN – mit spektakulärem Blick über die grünen Hügel bis zum Meer. Die anschließenden Kilometer rollt man ganz entspannt bergab zurück Richtung Küste. Wenn Lekeitio wieder unter einem auftaucht, wäre der kleine Hafen mit seinen verlockenden Restaurants ein idealer Ort für eine wohlverdiente Einkehr – doch noch sind es rund 14 km bis zurück nach Ondarroa, mit einigen kurzen, aber knackigen Anstiegen, die zum Schluss noch einmal wach machen.
Einkehr in Ondarroa (Pintxos & Abendessen): Für einen genießerischen Tour-Ausklang funktioniert in Ondarroa beides hervorragend. Wenn Sie es locker mögen, bleiben Sie in Hafennähe/Altstadt. Mein Tipp für Pintxos: Bar Cantábrico (u. a. bekannt für kreative Theken-Pintxos, z. B. Champignons mit Ventresca). Wenn Sie lieber richtig sitzen, lohnt sich ein Abendessen mit Fokus auf Fisch und Meeresfrüchte (oft Tagesfang); wie das Sutargi Jatetxea (bekannt u. a. für „Merluza a la Ondarresa“). Alternativ ist auch das Restaurante Batzoki Ondarroa am Hafen empfehlenswert.